Sonntag, 21. April 2013

Cash Management: Die unbekannte Schöne

Auf den ersten Blick vielleicht eine ungewöhnliche Kombination: Cash Management ist ein Begriff aus dem Bankwesen, der zunächst für einen Wirtschaftsingenieurinnen-Blog etwas fachfremd erscheint. Ich habe vor meinem Studium in diesem Bereich gearbeitet und irgendwie ist es wie mit einer alten Liebe, von der man nicht los kommt: Es interessiert mich immer noch sehr und für mich ergänzt es sich perfekt. Cash Management verbindet Elemente aus den Wirtschaftsdisziplinen wie klassische Fragen der Organisationsstruktur oder des Zahlungsverkehrs mit den modernen Trends der IT- Technik wie Online Shops oder der automatischen Interaktion von ERP-Systemen mit den Rechnern der ausführenden Bank.

Klassischstes Beispiel dafür ist vielleicht die Payment Factory: Die globaliisierte Wirtschaft und die zunehmend organisch gewachsene internationale Unternehemnsstruktur zwingen Unternehemn zur Rationalisierung, unter anderem auch im Bereich Controlling. Eine beliebte und durch die Gesetzgebungen im Zuge von SEPA geförderte Maßnahme in diesem Bereich ist die Einrichtung einer Payment Factory oder eines Shared Service Centers, das unter einem Dach die Zahlungsverkehrs- und Controllingdienstleistungen für die ganze Gruppe erbringt. Ohne die Hilfe modernster IT- und Kommunikationstechnik wäre dies allerdings nicht möglich. Kreditinstitute oder auf Cash Management spezialisierte Unternehmen bieten hier von der Direktintegration bis hin zur kompletten Softwarelösung ein breites Spektrum an Lösungen an.

Im Rahmen einer Kursarbeit in diesem Semester möchte ich mich mit aktuellen Trends im Bereich Cash Management beschäftigen: Für viele Unternehmen ist hier sicherlich SEPA ein wichtiges Thema, das auf den ersten Blick eher als Herausforderung und als kostenintensive zusätzliche Beschäftigung wahrgenommen wird. Aber ist SEPA wirklich so politisch motiviert und für die unternehmerische Praxis sinnlos?!

Darüber hinaus findet man heutzutage in nahezu jeder Stellenanzeige, die auf Wirtschaftingenieure zugeschnitten ist, den Begriff Supply Chain Management. Das klingt erst einmal wahnsinnig schick und nach einer sehr fortschrittlichen Möglichkeit, um die Liquiditätsbasis zu optimieren, aber: Was ist das überhaupt? Wie lässt sich dies realisieren und welche Angebote gibt es dazu überhaupt auf dem Markt?

Und dann gibt es natürlich auch noch die Online- Shops. Wer heutzutage keinen hat, vergibt wertvolle Marktanteile und verschließt sich einem der wichtigsten Absatzkanäle. Allein: Wie soll man sein Angebot hier präsentieren? Bietet man einzelne Produkte aus dem Sortiment auf Rechnung an oder gibt es die Möglichkeit, noch innovativere Lösungen wie beispielsweise in Form einer Smartphone- App zu implementieren?
Und wer programmiert das Ganze dann? Hat er oder sie überhaupt genug Ahnung von Controlling und Zahlungsverkehr?

Spätestens hier kommt der Wirtschaftsingenieur wieder ins Spiel, denn er beherrscht bekanntlich beide Disziplinen und würde sich in diesem Fall doch perfekt als Projektkoordinator eignen, oder?!

In diesem Sinne freue ich mich sehr auf die Forschungsarbeit in diesem eher unbekannten aber gleichwohl auch interessanten und wichtigen Teilgebiet des Wirtschaftsingenieurwesens und werde hier anschließend gern über die Ergebnisse berichten.

Mittwoch, 10. April 2013

In eigener Sache

Hallo Welt,

Wirtschaftsingenieurwesen, was ist das eigentlich?! Für viele Unternehmen ist dies die Stelle, die sie seit Jahren nicht besetzt bekommen. Dabei wäre doch ein Wirtschaftsingenieur der perfekte Moderator zwischen dem Controller und der Fertigung, damit deren Unterhaltungen nicht mehr so sehr dem berühmten Turmbau zu Babel gleichen. Im schlimmsten Fall kostet dies das Unternehmen richtig Geld, weil Missverständnisse in einer globalen bis ins Kleinste getakteten Geschäftswelt heutzutage richtig teuer werden können. Ja, da wäre ein Wirtschaftsingenieur perfekt aber woher nehmen?!
Dies führt direkt zur nächsten Überlegung, die viele mit dem Begriff Wirtschaftsingenieurwesen verknüpfen: Es ist schwer. Sehr schwer. Manchem liegt die BWL sehr gut und er oder sie kann stundenlang über Balanced Scorecards und Portfoliomanagement philosohieren, aber Technik?! Nein, dafür rufen wir besser den Handwerker. Oder im Unternehmenskontext eben die Ingenieure oder Arbeiter. Genau anders sieht es oft der technikaffine Student oder Mitarbeiter: Er kann sich wunderbar mit Schaltkreisen, dem objektorientierten Programmieren und Maschienenelementen beschäftigen aber alles was mit Wirtschaft zu tun hat ist ihm in der Regel zu wischi-waschi.
Von einem Wirtschaftsingenieur wird beides verlangt: Im Rahmen seines Studiums soll er in der Technischen Mechanik die Statik einer Brücke berechnen können und gleichzeitig in Volkswirtschaftslehre die theoretischen Grundlagen für die Arbeitslosigkeit nach Keynes kennenlernen. Idealerweise nimmt er dieses Wissen aber nicht nur irgendwie auf, sondern strengt sich in beiden Disziplinen an, um mit Bestnoten in der Regelstudienzeit seinen Abschluss zu erzielen. Ach ja und neue Disziplinen wie das Programmieren von Apps oder 3D-Druck sollte er sich bitte auch noch mit aneignen, natürlich in der Freizeit, denn die behäbigen Lehrpläne geben dies meist noch nicht her.
Klingt anstrengend?! Ist es auch aber für mich ist es in erster Linie spannend. Wirtschaftsingenieure haben vielleicht noch mehr als andere Studenten das berühmte Gefühl aus Goethes Faust, zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und natürlich können sie auch ausrechnen, was das Ganze dann kostet und ob sich die Investition in die Welt überhaupt noch lohnt....
Dieser Blog soll daher die spannenden, interessanten, schönen und aktuellsten Aspekte des Wirtschaftsingenieurwesens herausstreichen. Der Inhalt kann dabei natürlich genauso bunt sein wie das Fach selbst: Von Projektmanagement bis Wirtschaftsmathematik passt hier eigentlich alles rein. Mit der richtigen wissenschaftlichen Fragestellung könnte man in diesem Rahmen sogar Mode oder Kosmetik beleuchten aber keine Angst, dies wird sicher kein Fashion-Blog.
Also Welt, lass dich überraschen. Ach ja, und wenn du Kommentare oder Anregungen hast, immer her damit. Ich freue mich sehr auf einen konstruktiven Dialog.

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